Verlag Der gesunde Menschenversand: Spoken Word, Slam Poetry und mehrVerlag Der gesunde Menschenversand: Spoken Word, Slam Poetry und mehr

Erich Kästner - "Ich glaube an DEN GESUNDEN MENSCHENVERSAND wie an ein Wunder, doch DER GESUNDE MENSCHENVERSAND verbietet mir, an Wunder zu glauben."

Café Papa

  • Aglaja Veteranyi: Café Papa
  • Fragmente
  • Der gesunde Menschenversand, 2018
  • ISBN 978-3-03853-084-8
  • CHF 23.00
  • Taschenbuch, 152 Seiten

In ihrem kurzen Leben hat Aglaja Veteranyi zahlreiche Notizbücher und Makulaturblätter mit Texten gefüllt. Sie hat ihre Wörter und Sätze fortlaufend durchgestrichen, um- und neu geschrieben und von einem Text in den andern wandern lassen. So umfasst ihr Nachlass trotz der zwei postum veröffentlichten Bücher "Das Regal der letzten Atemzüge" und "Vom geräumten Meer" noch eine beträchtliche Anzahl unveröffentlichter Texte. Die Nachlass-Erschliessung im Schweizerischen Literaturarchiv wurde Ende 2016 abgeschlossen. Das erlaubte es Jens Nielsen, Ursina Greuel und Daniel Rothenbühler ab Anfang 2017, zwei Bände mit bisher unveröffentlichten oder nur in Zeitschriften zugänglichen Texten Aglaja Veteranyis zur Veröffentlichung vorzubereiten. Unterstützt wurde diese Arbeit durch das Projekt "Schätze heben" des Migros-Kulturprozents.

 


Der zweite Band "Café Papa" versammelt drei grössere Texte, die die Autorin hätte weiter verfolgen wollen: "Café Papa" ist ein Entwurf zu einem Vater-Roman,"Vorsicht bissige Hühnersuppe" gilt dem russischen Avantgarde-Autor und "Meister der Groteske" (Veteranyi) Daniil Charms, "Lustiger Friedhof" ist der in der "SonntagsZeitung" veröffentlichte Bericht der Autorin über eine Reise nach Rumänien, ins Karpatendorf Sapanta an der Grenze zur Ukraine. Dokumentiert wird ausserdem die Urfassung des Romans "Warum das KInd in der Polenta kocht".


Die vier Texte verweisen alle auf die Herkunft der Autorin und lassen sich von ihren Erfahrungen mit realen Gegebenheiten, Personen und Vorkommnissen anregen. Sie heben aber auch immer ab ins surreal Anmutende, von dem man nicht weiss, ob es der Wirklichkeit oder der Phantasie der Autorin geschuldet ist.



Jungle World, Berlin, 1. November 2018

Die beiden Bände unterstreichen eindrucksvoll, dass Veteranyi eine Meisterin der kleinen Form war, der radikalen Verkürzung. Auch in diesem Insistieren auf der kleinen Form bildete sie die eigene Distanz zum Literaturbetrieb ab, der in ihr eine Fremde, einen «Paradiesvogel» sehen wollte (…).

NZZ am Sonntag, 4. November 2018

Aglaja Veternayis Schaffen ist dem des russischen Avantgardisten Daniil Charms verwandt: in der Liebe zum Grotesken und Absurden, in der Dringlichkeit und Glut, in der Neigung zum Paradox.

Aargauer Zeitung, 1. November 2018

Zwei Bände mit Texten aus dem umfangreichen Nachlass zeigen nun die ganze Breite von Veteranyis Schreibprojekten (…). In der Lakonie, im paradoxen Aperçu der kurzen Form erkennt man sogleich den Sound, der auch Veteranyis bekannte Texte prägt.