Verlag Der gesunde Menschenversand: Spoken Word, Slam Poetry und mehrVerlag Der gesunde Menschenversand: Spoken Word, Slam Poetry und mehr

Ludwig Marcuse - "DER GESUNDE MENSCHENVERSAND ist oft eine der ungesundesten Verständnislosigkeiten."

Aber gibt es keins

  • Beat Sterchi: Aber gibt es keins
  • Der gesunde Menschenversand, 2018
  • ISBN 978-3-03853-072-5
  • CHF 28.00
  • Hardcover, 112 Seiten

Beat Sterchi kennt man als Autor, der seine Texte auf unvergleichliche Art vortragen kann, in einem Tonfall, den man nicht vergisst. In "Aber gibt es keins" zeigt er seine Texte, denn oft sind sie wie Bilder: Wortbilder. Und hier zählt alles, die Typographie, die Schriftgrösse, jedes Wort.
"Sieben Tage Venedig" lesen wir beispielsweise, und
darunter in fetten Grossbuchstaben: "Heute kein Auto
gesehen", sieben Mal. Ob damit ein glücklicher Umstand gemeint ist oder einfach Pech, das bleibt offen. Dass es vertrackt ist, scheint indessen klar.
In der Tradition der "konkreten poesie" zeigen Sterchis
Wortbilder, was die Mitgift der Sprache ist: Die Wörter sind aufgeladen mit kleinen und kleinsten Geschichten, und manchmal reicht es, diese Wörter miteinander bekannt zu machen, sie zusammenzubringen, sie erzählen zu lassen.


Den Wortbildern gegenüber stehen in diesem Band kurze Gedichte, in welchen die Sprache beim Wort genommen wird. Kleine Sprachbeobachtungen am Rande des Alltags, der Redegewohnheiten, der stillen Übereinkünfte, der Beiläufigkeiten. Und auch hier erweist sich Beat Sterchi als höchst aufmerksamer und begnadeter Chronist des Alltags. Als einer, der genau hinhört und mit wenigen Worten die Augen öffnen kann.



Schweiz am Wochenende, 14. April 2018

Sterchis Lyrik führt Rede und Widerrede ad absurdum und verkehrt Behauptungen schneller in ihr Gegenteil, als man lesen kann. Es sind die kleinen Abweichungen in der Art, Dinge zu sagen, die Sterchi interessieren.

Der Bund, 17. April 2018

Der Sprachmüll-Aussteller sortiert das dem Alltag abgelauschte verbale Sammelgut, orchestriert und rhythmisiert es und entlarvt in diesen «Mantras» und «Minidramen» unseren oft automatisierten Umgang mit Sprache.

NZZ am Sonntag, 29. April 2018

Das typografisch differenziert gestaltete Material nimmt das spezifische Gewicht der Lettern ernst. Wer genau schaut, entdeckt eine reiche Arte povera.